Bombensicher! Kunstversteck Weesenstein 1945

Bis zum Kriegsende diente das Schloss als sicherer Aufbewahrungsort. Es bot mit seinen bis zu vier Meter dicken Mauern zahlreichen Kulturschätzen ein sicheres Versteck. Der Kunstauslagerung gehen wir in unserer neuen Sonderausstellung „Bombensicher!“ auf die Spur.

Diese Ausstellung wird im Rahmen des Projektes "Adelsschätze" aus Mitteln der Europäischen Union gefördert.

Kontakt

Schloss Weesenstein

Am Schlossberg 1 | 01809 Müglitztal

Zur Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gemeinützige GmbH gehörend

+49 (0) 35027 626-0
weesenstein@schloesserland-sachsen.de

Öffnungszeiten

1. April bis 31. Oktober 2018

  • täglich: 10:00 - 18:00 Uhr

1. November 2017 bis 31. März 2018

  • Di - So: 10:00 - 16:00 Uhr
  • 24., 25. und 31.12.: geschlossen

Änderungen vorbehalten.

Eintrittspreise

  • Eintritt 7,50 EUR
  • Ermäßigter Eintritt 6,00 EUR
  • Eintritt: 7,50 EUR
  • ermäßigter Eintritt: 6,00 EUR
  • 1,00 € Kinder 6 bis 16 Jahre
  • 2,50 € p.P. Kindergruppen mit Führung
  • 1,00 € p.P. + 30,00 € Führungszuschlag pro Gruppe für Schüler/Studenten
  • 15,00 € Jahreskarte Schloss Weesenstein (berechtigt zum Besuch des Museums sowie zum Erwerb der Veranstaltungs- und Führungskarten zum ermäßigten Preis)

Führungsentgelt

  • Audioguide: 2,00 EUR
  • 30,00 € pro Gruppe Kurzführung 60 Minuten
  • 40,00 € pro Gruppe Schlossführung 90 Minuten
  • 35,00 € Orgelzuschlag (ca. 15 Minuten)
  • 1,00 € p.P., mind. 15,00 € gesamt: Einführung auf dem Vorschlosshof (15 Min.) ohne Museumseintritt
  • 15,00 € pro Gruppe zzgl. Museumseintritt: Einführung auf dem Vorschlosshof (15 Min.) mit anschl. separatem Eintritt

Freier Eintritt

  • Kinder bis 5 Jahre
  • Geburtstagskinder
  • Begleitpersonen von Schwerbehinderten mit dem Merkzeichen »B« im Schwerbehindertenausweis
  • Reiseleiter
  • Buskraftfahrer mit Reisegruppen
  • eine Begleitperson pro 10 Schüler und
  • Medienmitarbeiter jeweils mit Nachweis
  • Inhaber schlösserlandKARTE

Änderungen vorbehalten.

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Geschichte zur Ausstellung

Das Kriegsgeschehen des Zweiten Weltkriegs Weltkrieges rückte bedrohlich nah an die deutschen Städte. Darum suchten die Verantwortlichen in Ministerien nach sicheren Orten, um vor allem Dresdner und zahlreiche andere Kunstschätze auszulagern. Ins Visier gerieten sächsische Burgen, Schlösser und Rittergüter. Im Schloss Weesenstein entstand - neben Stätten wie der Albrechtsburg Meissen und der Festung Königstein - eines der Hauptdepots.

Klimatische Schwankungen, natürliche Alterungsprozesse der verwendeten Materialien und mechanische Beschädigungen sind oft die Hauptursache für Schäden an Gemälden. Bevor die Kunstwerke nach Weesenstein gebracht werden konnten, mussten Maßnahmen getroffen werden, die eine sichere Einlagerung erlaubten. Diese waren:

  • das Einziehen feuerfester Fußböden
  • Anschaffen von Heizöfen
  • Einlagerung von Holz zum Heizen
  • Bau von Zisternen und Wasserleitungen

Vor allem die dickwandigen Säle der Burg mit bis zu vier Metern Mauerstärke galten als »bombensicher«. Nach und nach gelangten mehrere hunderte Kunstschätze aus Museen und von Privatpersonen nach Weesenstein, um sie vor den zerstörerischen Auswirkungen des Krieges zu schützen.

Das Gemälde von Rembrandt „Simson, an der Hochzeitstafel das Rätsel aufgebend" der Gemäldegalerie Dresden war im Zweiten Weltkrieg im Schloss Weesenstein ausgelagert. Foto: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Bildstelle
Das Gemälde von Rembrandt „Simson, an der Hochzeitstafel das Rätsel aufgebend" der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden wurde im Zweiten Weltkrieg sicher im Schloss Weesenstein verwahrt. Foto: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Bildstelle

Während vor den Toren Weesensteins die Wirren des Kriegsgeschehens die Menschen beunruhigten, drehte sich im Schloss alles um wertvolle Kunstgüter. Besonders die akribische Dokumentation der Wachdienstordnung aber auch Umlagerungen restauratorischer Maßnahmen während der Kriegszeiten fallen besonders ins Auge.

Neben dem Wachpersonal und Depotmitarbeitern, fanden auch mehrere Flüchtlinge Schutz im Schloss. Zeitzeugen berichten in unserer Ausstellung interessante Geschichten. Museumsmitarbeiter schauten mit den Schlosskindern heimlich Gemälde an oder portraitieren die Schlossbewohner.

Nach Kriegsende machten sich systematisch Fachleute aus der Sowjetunion auf Trophäensuche in ganz Deutschland. In sogenannten Trophäenkommissionen zogen sie durchs Land und fanden schließlich auch die Kunstobjekte im Schloss Weesenstein. Zunächst wurden diese in ein Sammellager in Pillnitz gebracht und später nach Russland. Eine wichtige Rolle spielte dabei  der Leutnant Rabinowitsch der Roten Armee. Er erreichte mit dem 164. Bataillon der 1. Ukrainischen Front am 7. Mai 1945 Dresden. Er fand die „Sixtinische Madonna“ im Großcottaer Eisenbahntunnel.

Leonid Rabinowitsch Foto: Privatarchiv Elena Kostjukovič
Leonid Rabinowitsch
Foto: Privatarchiv Elena Kostjukovič

Blick in die Ausstellung

Die Gestaltung der Ausstellung ist der Lagerung von Kulturgütern entlehnt. Spüren Sie inmitten alter Kisten und Regale die Raumwirkungen des Schlosses. Wichtigstes Gestaltungselement sind einfache Holzkisten – eine Anspielung auf die ursprüngliche Verpackung der Kunstwerke für den Transport und die Lagerung.

In geheimen Auftrag!

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Der Stempel „GEHEIM“ prangt auf fast allen Unterlagen, die das Hauptdepot Weesenstein betreffen! Bis zum Kriegsende diente das Schloss als sicherer Aufbewahrungsort. Es bot mit seinen bis zu vier Meter dicken Mauern zahlreichen Kulturschätzen ein sicheres Versteck.

Kunstschätze im II. Weltkrieg

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Vor allem die heutigen Staatlichen Kunstsammlungen Dresden lagerten bedeutende Bestände ihrer Sammlungen nach Weesenstein aus, um sie vor der Zerstörung durch Luftangriffe zu schützen. Darunter befanden sich Schätze aus der Gemäldegalerie Alte und Neue Meister, dem Kupferstich-Kabinett, dem Mathematisch-Physikalischer Salon, der Porzellansammlung und dem Museum für sächsische Volkskunst. Auch andere Institutionen, darunter die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, die Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen Dresden und das Museum Wiesbaden sowie zahlreiche Privatpersonen, wie Ida Bienert und Hildebrand Gurlitt nutzten Weesenstein als Kunstversteck.

Menschen im Schloss

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Ilse Hobbie, ist Ärztin und lebt in Hamburg. Sehr detailliert und lebhaft erinnert sie sich an das letzte Kriegsjahr und die Nachkriegszeit, die sie in Weesenstein verbrachte. Heimlich bestaunte sie gemeinsam mit den Wachleuten wertvolle Gemälde von Rembrandt und Tizian. Als Zeitzeugin steuert sie viele wichtige Information bei, die in der Ausstellung über ein Video erlebbar werden.

Wir haben viele spannende Geschichten aus der damaligen Zeit im Schloss zusamengetragen. Etwa wurden hunderte von kostbaren Weinflaschen an die Bevölkerung  verschenkt. Warum? Das erfahren Sie in unserer Ausstellung.

700 Jahre Schloss Weesenstein

Im Jahr 2018 feiern wir das Jubiläum der 700 jährigen Ersterwähnung von Schloss Weesenstein in einer markgräflichen Urkunde. Im Rahmen dieses Festjahres widmet sich das Schloss seiner jüngeren Geschichte. Die Ausstellung „Bombensicher! Kunstversteck Weesenstein 1945“ findet im Rahmen des von der EU geförderten dreijährigen Projekts „Adelsschätze. Die Lust am Sammeln in Sachsen und Böhmen“ statt. Weitere Höhepunkte des Jahres sind das „Mittelalterfest“, das „Lebendige Schloss“ und die „Geschichten-Frühstücke“.